Wer wir sind

Wer eine Studentenverbindung nicht  kennen gelernt hat, der verbindet mit dieser eventuell Begrifflichkeiten wie elitär, abgeschottet und maßlosen Bierkonsum. Teilweise mag dies für einige Verbindungen gelten, doch bei der Akademischen Jagdverbindung Huberto Holsatia zu Kiel ist dies nicht der Fall. Unser Wahlspruch lautet: Einig, frei und waidgerecht!

Die Grundzüge der Studentenverbindungen gehen nach Italien bis in das 11. Jahrhundert zurück. Dort haben sich die Studenten zuerst ihrer regionalen Herkunft nach in „nationes“ zusammengefasst. Als in Prag 1348 die erste deutsche Universität gegründet wurde, kamen auch die nationes nach Deutschland. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte haben sich die nationes für Studenten aus anderen Regionen geöffnet. Die Ziele und der Aufbau der Studentenverbindungen haben sich ebenso geändert. Zwischen allen Studentenverbindungen gibt es drei große Unterschiede und eine große Gemeinsamkeit.

Der erste Unterschied ist, ob die Verbindung schlagend ist oder eben nicht. Schlagend bedeutet, dass gefochten wird. Wir, die Akademische Jagdverbindung, sind eine nicht schlagende Verbindung. Der zweite Unterschied ist, wofür die Verbindung steht, was sie darstellt. Sei es, dass sie christlich geprägt ist oder die sportliche Betätigung bei allen Studenten vorhanden ist. Das bei uns verbindende Element ist die Jagd. Alle Aktiven in der Akademischen Jagdverbindung haben einen Jagdschein bzw. erwerben ihn während der Fuxenzeit. Der dritte Unterschied ist, ob die Verbindung Frauen aufnimmt oder nicht. Aus Tradition nehmen wir keine Frauen auf. Aber auch hier gibt es seit vielen Jahrzehnten auch andere Tendenzen, dass Frauen in Verbindungen aufgenommen werden, so wie bei der SBV Wikingia zu Kiel, mit der wir freundschaftlich verbunden sind.

Das Lebensbundprinzip ist das, was aber alle Verbindungen vereint. Ein Student, der in eine Verbindung eintritt, der kann sein ganzes Leben in der Verbindung bleiben. Jeder ist für jeden ein ganzes Leben da. Egal, ob man vor 30 Jahren aufgehört hat zu studieren oder jetzt erst sein Studium beginnt. In einer Verbindung aktiv zu sein, heißt für den anderen da zu sein.

Doch nun zu unserer Verbindung. Mitte der 70er Jahre wurden an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel jagdbegeisterte Studenten gesucht, um einen Stammtisch für Jäger zu gründen. Aus diesem Aushang wurde die Idee geboren eine Jagdverbindung zu gründen. So kamen jedes Jahr neue Studenten hinzu, die Fuxen wurden. Fux zu sein bedeutet, dass man in der „Probezeit“ ist. Hier können sich die Fuxen die Verbindung ansehen und prüfen, ob sie hier hineinpassen. Aber auch die Burschen, so wird man nach seiner Fuxenzeit genannt, schauen sich die Fuxen an, ob sie überhaupt in die Verbindung passen. Sind alle Seiten einverstanden, so ist man fast schon Vollmitglied, also Bursche. Ein Fux muss zusätzlich noch männlich sein, den Jagdschein haben oder in seiner Fuxenzeit erfolgreich erlangen, einen Vortrag über ein selbst zu wählendes Thema halten und eine Prüfung ablegen über sein Wissen zu der Verbindung und der Universität. Ist ein Bursche erfolgreich in das Berufsleben gestartet  und steht mit beiden Beinen fest im Leben geht er in die Altherrenschaft über. Die Altherrenschaft unterstützt die Aktiven Füxe und Burschen wo sie nur können.

Jeder Interessierte, der an der Uni Kiel oder der FH Kiel (inklusive der Außenstelle Osterrönfeld) studiert, kann gerne zu uns kommen. Sei es, dass man Agrarwissenschaften, Medizin, Jura, Geografie, BWL, Internationales Vertriebs- & Einkaufsingenieurwesen oder, oder, oder studiert.

Während des Semesters unternehmen wir viele Dinge zusammen. Seien es offizielle  Veranstaltungen der Verbindung oder auch private. So gehen wir jedes Semester nach Tellingstedt in das Schießkino, nach Warder zum Tontauben schießen, wir hören uns Vorträge an (jagdlich und nicht-jagdlich), wir pflegen den Kontakt zu den Alten Herren durch gemeinsame Stammtische und Essen usw. Aber auch die Jagd an sich kommt nicht zu kurz. So gehen wir zu Drück- und Treibjagden, wir laden uns gegenseitig zum Einzelansitz ein oder wir machen alle gemeinsam eine Ansitzjagd bei einem Burschen.

Aber auch außerhalb der Verbindung verbringen wir viel Zeit miteinander. Sei es in der Kneipe, zu Hause oder im Revier. So verwundert es nicht, dass  während der Aktivenzeit und darüber hinaus lebenslange Freundschaften entstehen.

Hier sei auch gleich zum Alkoholkonsum etwas gesagt. Ja, wir trinken Alkohol, aber es ist keine Bedingung! Einer unser Altherren verzichtet sogar gänzlich auf Alkohol und wir akzeptieren es. Wir achten aber auch gegenseitig darauf, dass wir nicht zu viel trinken oder gar ganz abstürzen. Wie oben geschrieben, wir sind füreinander da.

Das, was über all unseren Handlungen, Vorhaben und Aktionen steht, ist unser Wahlspruch: Einig, frei und waidgerecht! Dies sind nicht nur irgendwelche Phrasen, sondern dies leben wir. Auch wenn wir bei den monatlich stattfindenden Burschenconventen (vergleichbar mit einer Vorstandssitzung) nicht immer einig sind, so zeigen wir nach außen eine Einheit, die nicht zu durchtrennen ist. Alle aus der akademischen Jagdverbindung Huberto Holsatia sind freie und frei denkende Menschen, die  Verantwortung für das Wild, die Umwelt und die Gesellschaft übernehmen. Und frei bedeutet auch frei zu entscheiden, ob man Alkohol bei einer Veranstaltung trinkt oder auch nicht. Waidgerecht zu jagen bedeutet für uns nicht wie besessen auf alles zu schießen, was sich bewegt, sondern einen guten Schuss anzutragen, sodass das Wild nicht leidet. Wild zu schießen bedeutet dankbar zu sein, denn dieses Fleisch ist unter anderem unsere Nahrung. Waidgerecht zu sein bedeutet auch mal den Finger gerade zu lassen und nicht zu schießen.

Scroll to top